Stiftung bröckelt weiter

Der staatlichen Stiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ läuft weiter das Personal davon. Gestern gab der Zentralrat der Juden in Deutschland bekannt, die Tätigkeit seiner beiden Mitglieder im Stiftungsrat ruhen zu lassen und möglicherweise ganz zu beenden. Grund sind die revanchistischen Positionen zweier stellvertretender Stiftungsratsmitglieder, die der Bund der Vertriebenen (BdV) benannt hatte. Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) bezeichnete diese Äußerungen zwar als „für mich nicht akzeptabel“, aber offenbar akzeptabel genug für eine, wie er es nannte, „plurale Zusammensetzung des Stiftungsrates“. Der im Juli per Bundestagsbeschluss von 13 auf 21 Mitglieder erweiterte Stiftungsrat soll am 25. Oktober 2010 seine Arbeit aufnehmen. Neumann kündigte auch vage die Veröffentlichung eines Entwurf für die Konzeption für der geplanten Dokumentationsstätte an.
Update (12.09.2010): Wegen der „geschichtsverfälschenden Behauptungen“ Steinbachs gab heute das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg bekannt, seinen Sitz im wissenschaftlichen Beraterkreis der Stiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ vorerst ruhen zu lassen.