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Veranstaltung „Vertreibung reloaded“ in München

Die Gruppe Erinnerung in München lädt am 20.05.2014 ein zu einer Veranstaltung mit der Historikerin Eva Hahn unter dem Titel

Vertreibung reloaded –
Legenden, Mythen, Geschichten von Vertreibung im deutschen Erinnern

ein. In der Einladung heißt es:
„Vergangenen Sommer beschloss die Bayerische Staatsregierung einen Gedenktag für die Opfer von Flucht, Vertreibung und Deportation. Jedes Jahr soll am zweiten Sonntag im September an die „Heimatvertriebenen und Spätaussiedler“ gedacht und die „Bedeutung von Heimat im Zeitalter der Globalisierung“ unter-strichen werden. Auch in Hessen wurde ein solcher Gedenktag beschlossen und im Koalitionsvertrag nimmt sich die aktuelle Bundesregierung vor, „die mahnende Erinnerung an Flucht und Vertreibung durch einen Gedenktag lebendig zu halten“.
Warum wird gerade jetzt das Thema „Vertreibung“ wieder aufgerollt? An welche erinnerungspolitischen Debatten wird angeknüpft und wie wird darin die Geschichte der Vertreibung umgedeutet und instrumentalisiert? Welche Interessengruppen benutzen dieses Thema, um die Kriegsschuld Deutschlands und den Holocaust zu relativieren?

Diese Fragen wollen wir mit Eva Hahn diskutieren. Eva Hahn hat sich in ihrem Buch „Die Vertreibung im deutschen Erinnern“ kritisch mit den Mythen dieser Geschichtsschreibung und der machtvollen Position der Vertriebenenverbände auseinandergesetzt. Sie wird ihre Ergebnisse vortragen und die aktuelle Entwicklung vor dem Hintergrund ihrer Analysen einordnen.“

Vertreibung reloaded – Legenden, Mythen, Geschichten von Vertreibung im deutschen Erinnern.

Vortrag von Eva Hahn
20.05.2014
Beginn 19 Uhr
Eintritt frei

DGB-Haus, Schwanthalerstr. 64 UG, Lotte Branz-Raum

Eine Veranstaltung der Gruppe Erinnerung mit Unterstützung des GEW
Stadtverbandes München und Netzwerk München.

Veranstaltung in Tübingen

Am 16. September ist der AGI zu Gast bei der Gruppe Input in Tübingen. In einem Abendworkshop soll zum einen die Entwicklung des geplanten Vertriebenenzentrums in Berlin noch einmal aufgerollt werden. Zum anderen soll es um eine Einordnung des deutschen Vertreibungsdiskurses gehen.
Der Workshop beginnt am Donnerstag, den 16. September um 19.00 Uhr im Epplehaus in Tübingen. Weitere Informationen hier.

Veranstaltung in Hamburg

Am Freitag, den 3. September ist ein Referent der AGI zu Gast in beim Antifa-Café in Hamburg, um die Broschüre „Jenseits von Steinbach“ vorzustellen und über den bundesdeutschen Vertreibungsdiskurs zu diskutieren.

Freitag, 03.09. um 20:00 Uhr in der Hafen-VoKü, Hafenstrasse 116, 20359 Hamburg, Weitere Infos hier.

Mitschnitt Online

Der Audio-Mitschnitt unserer Podiumsdiskussion vom 9. Juni 2009 ist nun endlich online. Der Mitschnitt ist aufgeteilt in einzelne Dateien zum anhören oder herunterladen:

01 – Begrüßung und Vorstellung durch den AGI [3:21]
[Download 1,9 MB]
02 – Inhaltlicher Input vom AGI [7:49]
[Download 4,4 MB]
03 – Ablauf der Veranstaltung [0:37]
[Download 0,4 MB]
04 – Input Eva Hahn [15:28]
[Download 8,8 MB]
05 – Input Robert Żurek – Teil 1 [12:28]
[Download 7,1 MB]
06 – Input Robert Żurek – Teil 2 [5:03]
[Download 2,8 MB]
07 – Input Piotr Majewski & Verdolmetschung – Teil 1 [12:28]
[Download 7,1 MB]
08 – Input Piotr Majewski & Verdolmetschung – Teil 2 [9:38]
[Download 5,5 MB]
09 – Diskussion Podium – Teil 1 [11:14]
[Download 6,2 MB]
10 – Diskussion Podium – Teil 2 [11:43]
[Download 6.7 MB]
11 – Diskussion Publikum – Teil 1 [10:51]
[Download 6,2 MB]
12 – Diskussion Publikum – Teil 2 [7:07]
[Download 4,0 MB]

Alle Teile zusammen (mit Inhaltsverzeichnis) können auch als ZIP-Archiv heruntergeladen werden [96 MB]:
[Server 1] [Server 2]

Außerdem kann der komplette Mitschnitt in einer einzigen MP3-Datei heruntergeladen werden: [1 h 48 min, 99 MB]
[Server 1] [Server 2]

Workshops 13. Juni, 10-18 Uhr

Samstag, 13. Juni 2009, 10-18 Uhr

Alte Feuerwache, Axel-Springer-Straße 40/41, Berlin-Kreuzberg [Stadtplan]
[U Kochstraße, U Spittelmarkt] Verbindung: VBB fahrinfo - Link (mit Vorbelegung)

Die Räume werden vor Ort angekündigt. Für Catering zwischen in den Pausen ist gesorgt.

10:00 Uhr: Begrüßung und Eröffnung

10:45 Uhr: Erste Workshop-Phase

Workshop: „Deutschlandhaus“

Anhand einer Analyse der 2006 in Berlin gezeigten Ausstellungen „Flucht, Vertreibung, Integration“ (Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland/Deutsches Historisches Museum) und „Erzwungene Wege“ (Stiftung Zentrum gegen Vertreibungen [BdV]) wollen wir der Frage nachgehen, was Besucher_innen der zukünftigen Dauerausstellung der Stiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ erwartet. Wie wird das Thema „Vertreibung“ inszeniert? Welche Begriffe werden dabei verwendet?

Workshop: „Historischer Kontext“

Wie kam es 1945 überhaupt zur „Flucht und Vertreibung“, was ist die Vorgeschichte und der historische Kontext, wie sah das polnisch-deutsche Verhältnis vorher aus?

13.00 – 13:45 Uhr: Mittagspause mit Catering (auf Selbstkostenbasis)

13:45 Uhr: Zweite Workshophase

„MS Steinbach versenken – eine Mediennachlese“

Erzählungen über deutsche Opfer des Krieges ist in den letzten Jahren zum Kassenschlager geworden. Die öffentlich-rechtlichen Sender produzieren nahezu jedes Jahr einen entsprechenden Film. Zwei davon, Die Flucht (ARD 2007) und Die Gustloff (ZDF 2008), mit jeweils über 10 Millionen Zuschauer_innen, wollen wir uns in einer Filmanalyse genauer anschauen.

Mit dem Input „Tabu Vertreibung?“: Vorstellung und Analyse der seit den späten 40er Jahren existierenden etwa 1.400 lokalen Vertriebenendenkmäler in der BRD.

Workshop: „Angemessene Kontextualisierung“

Anhand zweier Inputs wollen wir die Frage diskutieren, wie ein historischer bzw. inhaltlicher Rahmen aussehen müsste, in dem der Themenkomplex Zwangsaussiedlungen aus emanzipatorischer Sicht diskutiert werden kann. Die Inputs sind:
• Das geplante Museum des Zweiten Weltkriegs in Gdańsk (Danzig) bemüht sich um eine dezidiert europäische und multiperspektivische Darstellung des Zweiten Weltkriegs, inklusive seiner Vor- und Nachgeschichte. Als einer von zahlreichen Aspekten werden in diesem Kontext auch Zwangsaussiedlungen thematisiert.
• Norman Naimarks Konzept der ‚Ethnischen Säuberung‘ ermöglicht es, Zwangsmigration international und historisch vergleichend zu analysieren. Welche Möglichkeiten, aber auch welche Schwierigkeiten bringt dieses Konzept mit sich?

16:20 Uhr: Abschlusspanel

Erinnerungspolitische Interventionsmöglichkeiten im „Supergedenkjahr ‘09″.
Gemeinsam mit anderen Gruppen und Initiativen, die sich auf dem Feld der Erinnerungspolitik tummeln, wollen wir bisherige Erfahrungen, Ansätze und Kampagnen sowie deren Erfolge und Misserfolge diskutieren. Das soll in einen Austausch über Strategien linker Intervention im Bereich der Erinnerungs- und Geschichtspolitik im „Gedenkjahr ‘09“ und darüber hinaus münden.

Gäste (u.a.): Pink Rabbit, never going home, Antifaschistische Initiative Moabit [AIM].

Alte Feuerwache, Axel-Springer-Straße 40/41, Berlin-Kreuzberg [Stadtplan]
[U Kochstraße, U Spittelmarkt] Verbindung: VBB fahrinfo - Link (mit Vorbelegung)

Podiumsdiskussion 9. Juni, 19:30 Uhr

Nach einer langjährigen kontroversen Debatte um das Gedenken an Flucht und Zwangsaussiedlungen von Deutschen am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Ende 2008 vom Bundestag die Einrichtung der Stiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ beschlossen. In dem „sichtbaren Zeichen“, einer Dauerausstellung, soll insbesondere an „das Leid der deutschen Vertriebenen“ erinnert werden. Taktgeber dieser nationalen Erinnerungsoffensive ist seit Jahren der Bund der Vertriebenen (BdV), der unter der Ägide von Erika Steinbach sein revanchistisches Image abstreifen konnte. Der BdV konnte so Reputation hinzugewinnen und den Resonanzbereich für seine Deutung der „Vertreibungen“ bis in die Mitte der Gesellschaft erweitern. Jedoch wird auch unter Steinbach weiterhin eine Analogisierung mit dem Holocaust betrieben. Mit Begriffen wie ‚Völkermord‘ und ‚Todesmarsch‘ wird sprachlich eine Nähe zur NS-Vernichtungspolitik hergestellt. Die ‚Vertriebenen‘ werden kollektiv als „letzte Opfer des Krieges“ stilisiert, wobei Kontext und Vorgeschichte – die aggressive Minderheitenpolitik des Deutschen Reiches, der Vernichtungskrieg und die Besatzungspolitik der Deutschen –ausgeblendet werden. Mit der Schaffung eines Erinnerungsortes soll diese entkontextualisierte und unkritische Perspektive auf die „Vertreibung der Deutschen“ zementiert werden.
Wir wollen die Auseinandersetzungen um das „sichtbare Zeichen“ reflektieren und kritischen Perspektiven, besonders aus Polen, ein Forum bieten. Schließlich wollen wir diskutieren, welche Möglichkeiten politischer Intervention es zum jetztigen Zeitpunkt noch gibt.

Podiumsdiskussion zum Vertreibungsdiskurs in Polen und Deutschland mit folgenden Gästen:

Dr. Eva Hahn (Oldenburg), Historikerin, Mitinitiatorin des Aufrufs „Für einen kritischen und aufgeklärten Vergangenheitsdiskurs
Eva Hahn verfasste zahlreiche Studien zu den deutsch-tschechischen Beziehungen und zur Geschichte des politischen Denkens im 19. und 20. Jahrhundert. Zur Zeit arbeitet sie mit Hans Henning Hahn über die Geschichte der sudetendeutschen Bewegung im 20. Jahrhundert.

Prof. Dr. Robert Traba (Berlin), Direktor des Zentrums für Historische Forschung der Polnischen Akademie der Wissenschaften (CBH PAN)
Robert Traba beschäftigt sich als Historiker und Kulturwissenschaftler mit der deutsch-polnischen Beziehungsgeschichte und der Regionalgeschichte des ehemaligen Ostpreußen. Zuletzt konzipierte er die Ausstellung „My, Berlińczycy! Wir Berliner! Geschichte einer deutsch-polnischen Nachbarschaft“, die derzeit im Ephraim-Palais Berlin zu sehen ist.

Dr. Piotr M. Majewski (Warschau), Historiker, stellv. Direktor des Museums des Zweiten Weltkriegs in Gdańsk/Danzig.
Piotr Majewski hat sich als Zeithistoriker umfassend mit den deutsch-tschechischen Beziehungen beschäftigt. Er arbeitete u.a. an den Universitäten in Warschau und München. Seit Juni 2009 ist er stellvertretender Direktor des Museums des Zweiten Weltkriegs in Gdańsk.

Dienstag, 9. Juni 2009, 19:30 Uhr
Humboldt-Uni, Seminargebäude am Hegelplatz, Raum 1.1.01, Dorotheenstraße 21, Berlin-Mitte [Stadtplan]
S+U Friedrichstraße, Verbindung: VBB fahrinfo - Link (mit Vorbelegung)

Veranstaltet vom Arbeitskreis Geschichtspolitische Interventionen (AGI). Gefördert u.a. durch Netzwerk e.V. & den Solifonds der Hans-Böckler-Stiftung

Veranstaltung: Jenseits von Steinbach – Geschichtspolitik um das Vertreibungszentrum

„Was haben die Polen bloß gegen diese Frau?“ (Bild-Zeitung 2009)
Jenseits von Steinbach: Geschichtspolitik um das Vertreibungszentrum

Podiumsdiskussion | Dienstag, 9. Juni 2009, 19:30 Uhr [mehr…]
Humboldt-Uni, Seminargebäude am Hegelplatz, Raum 1.1.01, Dorotheenstraße 21, Berlin-Mitte [Stadtplan]
S+U Friedrichstraße, Verbindung: VBB fahrinfo - Link (mit Vorbelegung)

Workshops | Samstag, 13. Juni 2009, 10-18 Uhr [mehr…]
Alte Feuerwache, Axel-Springer-Straße 40/41, Berlin-Kreuzberg [Stadtplan]
[U Kochstraße, U Spittelmarkt] Verbindung: VBB fahrinfo - Link (mit Vorbelegung)

Kontakt: agi.berlin[a]googlemail.com
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